Oktober

Am Ziel

von Thomas Bernhard, szenische Lesung von Helga Illich, Gabriela Hütter und Helmut Wiesner

© Stephan Mussil

SIND WIR AM ZIEL, IST ALLES DAS VERKEHRTE

Mutter und Tochter rüsten zu ihrer alljährlichen Reise nach Katwijk – seit 33 Jahren am gleichen Tag.

Die Mutter redet und redet – über ihre Beziehung zum verstorbenen Mann,den sie nur wegen seines Gußwerks und seines Hauses am Meer geheiratet hatte.Die Tochter hat sie sich abgerichtet,als ihr „Geschöpf“,Gegenstand lustvoll qualvoller Schikane.

Und ein Schriftsteller wird erwartet,dessen Stück“Rette sich wer kann“ am Vorabend erfolgreich Premiere hatte. Und sie hat ihn eingeladen,mit ihnen nach Katwijk zu kommen. Warum hab ich ihn nur eingeladen? Ein großer Fehler.

Die Bosheit der Mutter,deren Ursprung Verletzungen sind,die Erfahrung zwischenmenschlicher Eiseskälte.

Die unsinnige,entseelte Existenz: ein Mechanismus,der nur aus Gewohnheit weiterläuft.

Der – ironische – Titel  ist auch die Antwort auf „Rette sich wer kann“:Niemand kann sich retten,niemand „entkommt“.