Februar

…auf den Spuren der Kleidung unserer Vorfahren

Textilarchäologie am Naturhistorisches Museum mit Karina Grömer

Photo (c) NHM

Die Erfindung der wesentlichsten Techniken des textilen Handwerkes, die wir zum großen Teil noch in heutiger Zeit anwenden, reicht zurück bis in die Steinzeit.

Die prähistorischen Textilfunde, deren Erforschung in den letzten Jahrzehnten immer mehr Raum gewidmet und die auch am Naturhistorischen Museum Wien betrieben wird, können interessante neue Fragestellungen und Betrachtungsweisen liefern, da sie – als Kleidung, textiler Gebrauchsgegenstand, oder in sonstigem Gebrauch – eine direkte „stoffliche“ Umgebung prähistorischer Menschen darstellen. Textilien dienten stark funktionalen Zwecken, aber der Fokus liegt hier auf den visuellen Qualitäten, um so Wirkung und Wertschätzung der Textilien untersuchen zu können, wie auch das Aussehen eisenzeitlicher Kleidung.

Ein wichtiger Fundpunkt für unser Verständnis prähistorischer Textilien ist dabei das Salzbergwerk Hallstatt, das vom Naturhistorischen Museum Wien beforscht wird. Durch die gute Erhaltung von organischem Material bietet es einen wertvollen Beitrag zu unserem Verständnis zum prähistorischen Textilhandwerk, vor allem in der Bronze- und Eisenzeit 1500-400 v. Chr. Die farbenprächtigen Stoffe, gemustert mit Karos, Streifen, Spinnrichtungsmuster, Ziernähten und Brettchenweberei, zeigen die Vielfalt der Textilkunst.

Karina Grömer ist die Direktorin der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien. Sie studierte Ur- und Frühgeschichte an der Universität Wien, Österreich. Sie spezialisierte sich auf Textilanalyse, Forschungen zu Textilproduktion und Rekonstruktion prähistorischer und historischer Gewänder. Seit 2008 arbeitete sie für verschiedene internationale Forschungsprojekte wie “DressID – Clothing and Identity”, “CinBA – Creativity in the Bronze Age” und “Chehrabad Saltmummy & Saltmine Exploration Project” am Naturhistorischen Museum Wien und ist seit 2012 fix angestellt. Die derzeitige Forschung beschäftigt sich mit der Analyse von Textilfunden aus Gräbern, Siedlungen und Salzbergwerken aus einem Zeitraum von 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. Zu ihren Aufgaben gehört neben der Forschung auch das Fundaktenarchiv, Mitarbeit an Ausstellungsprojekten und Vortragstätigkeit.

Informationen: https://www.nhm.at/karina_groemer